Die umfassende Neue Studie 2024 zur Mediennutzung in Deutschland offenbart tiefgreifende Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung hinsichtlich ihrer täglichen Informations- und Unterhaltungsquellen. Während traditionelle lineare Medien wie Fernsehen und Radio bei älteren Zielgruppen nach wie vor eine zentrale Rolle spielen, verschiebt sich das Nutzungsverhalten zunehmend zugunsten von digitalen Medien, Streaming-Diensten und sozialen Netzwerken. Dieses dynamische Zusammenspiel zwischen bewährten und neuen Medienformaten zeigt, wie vielschichtig das heutige Medienverhalten ist und wie wichtig es für Kommunikations- und Medienprofis ist, ihre Strategien an diese Entwicklungen anzupassen.
Im Fokus der Untersuchung stehen nicht nur quantitative Messungen der täglichen Nutzungsdauer, sondern auch qualitative Aspekte wie Zugänglichkeit, Altersverteilung und Interaktivität in der Medienlandschaft. Die Integration von ARD und ZDF-Studien in die neue ARD/ZDF-Medienstudie stärkt die Verlässlichkeit der Daten und ermöglicht eine ganzheitliche Medienforschung, die bislang getrennte Bereiche von linearer und non-linearer Nutzung zusammenführt. Interessant ist dabei vor allem der Fakt, dass trotz eines Rückgangs bei der linearen Mediennutzung die non-linearen Angebote nicht proportional wachsen, was auf eine gewisse Sättigung in deren Nutzung hindeutet.
Diese Erkenntnisse werfen ein neues Licht auf die Herausforderungen für PR-Professionals und Marketingexperten, die ihre Zielgruppen sowohl durch klassische Kanäle als auch durch moderne Plattformen schnell und effektiv erreichen müssen. Die Ergebnisse aus der Studie können helfen, die richtige Balance in der Medienansprache zu finden und so Kampagnen effizienter zu gestalten. Die folgende Analyse untergliedert sich in fünf intensive Bereiche, die die wichtigsten Aspekte der aktuellen Veränderungen im deutschen Medienkonsum herausarbeiten.
Veränderte Mediennutzung im Alltag: Trends und Zahlen der ARD/ZDF-Medienstudie 2024
Die ARD/ZDF-Medienstudie 2024 liefert detaillierte Einblicke in die tägliche Mediennutzung der über 14-jährigen Bevölkerung in Deutschland. Im Durchschnitt verbringen Menschen täglich 384 Minuten, also knapp sechseinhalb Stunden, mit verschiedenen Medienangeboten. Dies entspricht einem Rückgang von etwa 28 Minuten im Vergleich zum Vorjahr, vor allem bedingt durch eine Abnahme der linearen Mediennutzung.
Während Fernsehen und Radio weiterhin von einer Mehrheit genutzt werden, zeigt der Trend eine Verschiebung. Besonders im Bereich des Radios ist ein deutlicher Rückgang der Hördauer zu verzeichnen, während die Fernsehnutzung vergleichsweise stabil bleibt, aber dennoch leicht nachlässt. Im Kontrast dazu stagniert die Nutzung von non-linearen Angeboten wie Mediatheken, Streamingdiensten und anderen Online-Medien.
Es lassen sich folgende wesentliche Punkte in der täglichen Medienzeit-Nutzung unterscheiden:
- Lineare Mediennutzung: 58% der Videonutzung und 71% der Audionutzung erfolgen linear, vor allem bei älteren Zielgruppen.
- Non-lineare Mediennutzung: Jüngere Nutzer (14 bis 29 Jahre) bevorzugen non-lineare Formate mit bis zu 88% bei Video und 68% bei Audio.
- Medienzeit gesamt: Die Gesamtzeit sinkt, da non-lineare Nutzung nicht ausreichend wächst, um den Rückgang linearer Medien zu kompensieren.
| Medienart | Durchschnittliche tägliche Nutzung (Minuten) | Veränderung zum Vorjahr (%) | Bevorzugte Altersgruppe |
|---|---|---|---|
| Lineares Fernsehen | 190 | -3,1 | 50+ |
| Radio (linear) | 150 | -4,0 | 35-69 |
| Streaming & Mediatheken | 75 | ±0 | 14-49 |
| Social Media & Online Video | 50 | +5,5 | 14-29 |
Die Studie zeigt deutlich, wie digitale Medien zunehmend Teil des täglichen Lebens werden, jedoch die Etablierung nicht uneingeschränkt weiterwächst. Unterschiedliches Alter, Gewohnheiten und Präferenzen führen zu einer heterogenen Medienlandschaft, in der lineare Medien weiterhin unverzichtbar bleiben, besonders bei älteren Menschen.

Lineares Fernsehen verliert Reichweite – Social Video und Streaming dominieren bei jungen Nutzern
Die Veränderungen im deutschen Medienkonsum zeigen sich besonders deutlich im Bereich Bewegtbild. Trotz eines Rückgangs in der linearen Fernsehnutzung, die wöchentlich von 73% der Bevölkerung genutzt wird, steigt gleichzeitig die Nutzung von Social Video über Plattformen wie YouTube, TikTok und Instagram kontinuierlich an, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Die Reichweite von Streamingdiensten bleibt zwar stabil, doch sie machen deutlich, wie Streaming zusammen mit Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender die Digitalisierung der Mediennutzung prägen. Die führende Rolle liegt dabei bei Netflix mit einer wöchentlichen Reichweite von 35%, gefolgt von Amazon Prime Video und den Mediatheken von ARD und ZDF, die breite Bevölkerungsgruppen erreichen und auch ältere Altersklassen einbinden.
Wichtige Veränderungen für Kommunikationsstrategien im Bewegtbild:
- Lineares Fernsehen als Medium bleibt relevant, ist aber rückläufig.
- Junge Zielgruppen bevorzugen Clips und kurze Videos in sozialen Medien und auf YouTube.
- Streamingdienste und Mediatheken bieten anspruchsvolle Formate und Serien, die das klassische TV ergänzen.
- Kombination aus Live-TV und zeitversetztem Konsum wird zunehmend Standard.
| Plattform | Wöchentliche Reichweite (%) | Hauptzielgruppe | Trend gegenüber Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Netflix | 35 | 14-49 | ±0 |
| Amazon Prime Video | 28 | 25-54 | +2,0 |
| ARD Mediathek | 20 | 30-69 | +1,5 |
| ZDF Mediathek | 18 | 30-69 | +1,2 |
| YouTube (allgemein) | 42 | 14-29 | +5,0 |
| TikTok | 18 | 14-29 | +3,0 |
PR- und Kommunikationsprofis sollten auf diese Medienanalysen reagieren und Inhalte verstärkt für mobile und soziale Medien optimieren, um junge Zielgruppen effektiv zu erreichen. Kreativität in der visuellen Gestaltung und Kürze der Inhalte sind hierbei entscheidend, denn die Aufmerksamkeitsspanne ist in sozialen Netzwerken stark begrenzt.
Audio-Trends: Rückgang linearer Radiosender und Stabilität bei Streaming und Podcasts
Auch der Audiomarkt erweist sich als facettenreich im Wandel der Mediennutzung. Während das klassische lineare Radio weiterhin etwa 78% der Bevölkerung mindestens einmal wöchentlich erreicht, sinkt dieser Wert leicht. Podcasts und Musik-Streamingdienste bewegen sich hingegen auf stabil hohem Niveau, insbesondere bei jüngeren Hörern unter 30 Jahren.
Dies deutet auf eine schrittweise Konsolidierung des Audiomarktes hin, in dem traditionelle und neue Formate koexistieren und verschiedene Nutzersegmente ansprechen. Dabei gewinnen eigenproduzierte Podcasts nicht nur als Informationsquelle, sondern auch als Plattform für Markenbotschaften und PR-Kampagnen zunehmend an Bedeutung.
- Traditionelle Radiosender verlieren Hörer, vor allem bei der jüngeren Generation.
- Podcasts erleben vor allem bei jüngeren Zielgruppen einen Boom.
- Musikstreaming-Dienste zeigen stabile Nutzung, dennoch besteht Wachstumspotential.
- Multimediale Audio-Kampagnen verbinden die Stärken beider Welten.
| Audioformat | Wöchentliche Reichweite (%) | Entwicklung zum Vorjahr | Hauptzielgruppe |
|---|---|---|---|
| Radio (linear) | 78 | -4% | 50+ |
| Podcasts | 22 | ±0 | 14-29 |
| Musikstreaming | 35 | ±0 | 14-49 |
Für erfolgreiche Kommunikationsstrategien sollten PR-Verantwortliche den Audiobereich daher nicht unterschätzen und Podcasts gezielt in ihre Kampagnen integrieren, um die junge Zielgruppe anzusprechen und gleichzeitig ältere Hörer über Radio zu erreichen.
Schriftliche Medien im Wandel: Rückgang gedruckter Zeitungen und das Aufkommen digitaler Textangebote
Die Studie bestätigt einen anhaltenden Trend im Bereich der geschriebenen Medien: Gedruckte Zeitungen und Zeitschriften verlieren kontinuierlich an Reichweite, während digitale Textangebote auf Nachrichtenplattformen und sozialen Netzwerken stabil bleiben. Rund 90% der deutschen Bevölkerung lesen wöchentlich mediale Texte, jedoch zunehmend online.
Gerade bei der älteren Bevölkerung (50+) ist die gedruckte Presse weiterhin präsent, während jüngere Leser vor allem die Vorteile schneller, multimedial verknüpfter Online-Texte nutzen. Die Herausforderungen für die Medienhäuser bestehen darin, Inhalte attraktiv, verständlich und vertrauenswürdig aufzubereiten und diese effektiv über verschiedene Online-Medien zu verbreiten.
- Deutlicher Rückgang bei gedruckten Zeitungen und Zeitschriften.
- Stabile Nutzung von Online-Nachrichtenportalen und Social Media als Informationsquellen.
- Hohes Vertrauen in etablierte Nachrichtenmarken trotz Konkurrenz durch digitale Plattformen.
- Notwendigkeit zur multimedialen und interaktiven Aufbereitung von Inhalten.
| Medienform | Wöchentliche Reichweite (%) | Entwicklung zum Vorjahr | Altersgruppe mit höchster Nutzung |
|---|---|---|---|
| Gedruckte Zeitungen | 45 | -5 | 50+ |
| Gedruckte Zeitschriften | 38 | -6 | 50+ |
| Online-Nachrichtenportale | 57 | ±0 | 30-49 |
| Social Media (Textinhalte) | 42 | ±0 | 14-29 |
Bei der Gestaltung von Kommunikationskampagnen ist es daher sinnvoll, neben traditionellen Printmedien insbesondere auf Online-Plattformen und soziale Netzwerke zu setzen, um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen. Die bewusste Steuerung von Gewohnheiten spielt dabei eine zunehmend wichtige Rolle, um die Verbreitung von Informationen effizient zu unterstützen.

Social Media als Wachstumsmotor: Instagram und TikTok treiben den Wandel voran
Die Analyse der Medienanalysen zeigt, dass soziale Medien im Jahr 2024 weiterhin an Einfluss gewinnen. Besonders Instagram hat seine wöchentliche Nutzungsreichweite auf 37% der deutschen Bevölkerung erhöht und überholt damit Facebook, das stabil bei 33% liegt. TikTok steigert sich auf 18% und etabliert sich immer stärker als Plattform für jüngere Nutzergruppen.
Diese Entwicklung unterstreicht die wichtige Rolle sozialer Netzwerke im aktuellen deutschen Medienkonsum. Für Unternehmen und PR-Profis bedeutet dies, dass Kampagnen auf diesen Plattformen gezielt gestaltet werden müssen, um die junge und aktive Zielgruppe anzusprechen. Kreativität, Interaktivität und ein enger Dialog mit der Community sind entscheidend, um Engagement zu fördern und die Reichweite auszubauen.
- Instagram erreicht 37% der Bevölkerung mindestens wöchentlich, TikTok 18%
- Facebook bleibt stabil, verliert aber an Dominanz
- Nutzer bevorzugen visuelle und interaktive Inhalte
- Interaktive Funktionen wie Emojis in WhatsApp-Kanälen bieten neue Kommunikationswege
| Social-Media-Plattform | Wöchentliche Reichweite (%) | Änderung zum Vorjahr | Hauptzielgruppe |
|---|---|---|---|
| 37 | +3 | 14-29 | |
| 33 | ±0 | 30-49 | |
| TikTok | 18 | +3 | 14-29 |
Die Studie identifiziert zudem, dass über 56% der Bevölkerung mit den neuen WhatsApp-Kanälen vertraut sind, wobei 14% diese auch aktiv nutzen und häufig interaktiv mit Emojis kommentieren. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Medienforschung und im Bereich der direkten Nutzerkommunikation.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Neuerungen im deutschen Medienkonsum
- Welche Medienformate verlieren derzeit am stärksten an Bedeutung?
Das lineare Radio sowie gedruckte Printmedien wie Zeitungen und Zeitschriften verzeichnen die größten Rückgänge. - Wo zeigt sich das größte Wachstum im digitalen Bereich?
Der Bereich Social Media, insbesondere Instagram und TikTok, und Streamingdienste wie Netflix halten stabile Nutzerzahlen und gewinnen bei jüngeren Zielgruppen an Bedeutung. - Wie sollte sich die PR-Arbeit an das veränderte Medienverhalten anpassen?
Kommunikation sollte hybrid erfolgen, das heißt eine Kombination aus klassischen und digitalen Kanälen, um möglichst viele Zielgruppen zu erreichen. - Welchen Stellenwert haben Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender?
Sie gewinnen an Bedeutung und erreichen vor allem ein breiteres Altersspektrum als viele private Streamingdienste. - Wie wird der Erfolg der ARD/ZDF-Medienstudie sichergestellt?
Durch Zusammenführung langjähriger Studien und offener Datensätze wird eine hohe Datenqualität und Transparenz garantiert.
Die dargestellten Ergebnisse der ARD/ZDF-Medienstudie 2024 bieten wertvolle Einsichten für alle, die sich mit dem Thema deutscher Medienkonsum beschäftigen. Wer mehr über die Analyse erfahren möchte, kann sich umfassend auf der offiziellen Website der ARD/ZDF-Medienstudie informieren.


